Es gibt einen Satz, den die meisten Menschen nicht aussprechen können, ohne sich dabei schlecht zu fühlen. Ich bin der Grund. Ich bin der Grund für mein Glück, für mein Wachstum, für meine Veränderung. Nicht die Umstände, nicht der Schmerz, nicht die Frau, die gegangen ist, nicht der Moment, der alles verändert hat. Ich. Und sofort meldet sich eine Stimme, die sagt: Das ist egoistisch. Du kannst doch nicht behaupten, dass es nur um dich geht. Andere Menschen haben dich geprägt, geformt, angestoßen. Und das stimmt. Aber es ändert nichts an der Wahrheit: Der Grund bist du. Immer.

Weil kein Schmerz der Welt einen Menschen verändert, der sich nicht verändern will. Weil kein Verlust der Welt einen Menschen aufweckt, der weiterschlafen will. Weil keine noch so tiefe Krise einen Menschen zwingt, sich selbst anzuschauen, wenn er lieber wegschaut. Der Anlass kommt von außen. Die Entscheidung kommt von innen. Und die Entscheidung ist alles.

Der Anlass kommt von außen. Die Entscheidung kommt von innen. Und wer die Entscheidung dem Anlass zuschreibt, gibt seine Macht an den Schmerz ab.

Ich habe lange geglaubt, dass andere Menschen der Grund für meine Veränderung waren. Dass der Schmerz mich geformt hat, dass der Verlust mich aufgeweckt hat, dass die Frau, die nicht bleiben konnte, mich gezwungen hat, mich selbst zu finden. Und es klang bescheiden, es klang dankbar, es klang nach einem Menschen, der seinen Weg versteht. Aber es war eine Lüge. Eine schöne Lüge, die mich davon befreit hat, die Verantwortung für mein eigenes Leben zu übernehmen. Weil solange der Schmerz der Grund ist, bin ich nur die Reaktion. Und eine Reaktion muss sich nicht rechtfertigen.

Aber ich bin keine Reaktion. Ich habe mich entschieden. In einem Moment, in dem alles wehtat und nichts mehr funktionierte und die einfachste Option gewesen wäre, weiterzumachen wie vorher, habe ich mich entschieden: Es reicht. Nicht weil der Schmerz mich gezwungen hat. Sondern weil etwas in mir, tiefer als der Schmerz, gesagt hat: Du bist dir mehr wert als das. Und dieses Etwas war nicht der Verlust und nicht die Krise. Es war Selbstliebe. Leise, kaum hörbar, fast verschüttet unter Jahrzehnten von Anpassung und Verrat. Aber da.

Selbstliebe ist nicht laut. Sie ist der leiseste Satz, den du jemals hören wirst. Und der wichtigste: Du bist dir mehr wert als das.

Und hier beginnt der Unterschied zum Egoismus, den die meisten Menschen nicht verstehen. Egoismus sagt: Ich zuerst. Egal was es andere kostet. Egoismus nimmt, ohne zu fragen. Egoismus stellt sich über andere, weil er glaubt, mehr wert zu sein. Egoismus ist laut, fordernd, rücksichtslos.

Selbstliebe ist das Gegenteil. Selbstliebe sagt: Ich kann nur geben, was ich habe. Und wenn ich mich selbst verraten habe, habe ich nichts mehr zu geben. Selbstliebe ist die Entscheidung, sich nicht mehr zu dimmen, nicht um über anderen zu stehen, sondern um ganz da sein zu können. Für sich selbst und für die Menschen, die es verdienen.

Vielleicht kennst du die Situation im Flugzeug. Noch bevor es losgeht, machen die Stewardess oder der Steward die Sicherheitseinweisungen und dann kommt folgender Satz: Im unwahrscheinlichen Falle eines Druckabfalls fallen Sauerstoffmasken aus der Decke. Setzen Sie sich zuerst selbst die Maske auf, bevor Sie anderen helfen. Kein Mensch würde das egoistisch nennen. Jeder versteht: Wenn du keine Luft hast, kannst du niemandem helfen. Und trotzdem leben die meisten Menschen ihr ganzes Leben, als gäbe es diesen Satz nicht. Sie geben anderen Luft, bis sie selbst nicht mehr atmen können. Und nennen das Liebe. Aber es ist keine Liebe. Es ist Selbstverrat in edler Verpackung. Erst wenn du dir selbst die Maske aufgesetzt hast, erst wenn du atmen kannst, ist der Moment, die anderen zu unterstützen. Nicht vorher. Nicht gleichzeitig. Zuerst du.

Der Egoist sagt: Ich zuerst, egal was es kostet. Selbstliebe sagt: Ich zuerst, damit ich danach alles geben kann. Von außen sieht es gleich aus. Von innen ist es ein ganzes Universum auseinander.

Wenn du das nächste Mal jemandem von deiner Veränderung erzählst, achte darauf, wem du die Macht gibst. Sagst du „Sie hat mich verändert“? Dann gibst du einem anderen Menschen die Kontrolle über dein Leben. Sagst du „Der Schmerz hat mich geformt“? Dann gibst du dem Schmerz die Regie. Oder sagst du „Ich habe mich entschieden“? Dann stehst du. Dann bist du der Grund. Nicht aus Arroganz. Aus Liebe. Zu dir selbst.

The Reason is me. Nicht weil ich besser bin als andere. Sondern weil ich aufgehört habe, die Verantwortung für mein Leben an andere abzugeben. Und weil ich angefangen habe, mich selbst zu lieben. Nicht als Konzept. Als tägliche Entscheidung.

So fühle ich. So sehe ich. So stehe ich.

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Ich bin Maik Thomas.
Ich schreibe, um ehrlich zu sein – mit mir und mit dir.
Nicht als Coach, nicht als Experte. Sondern als jemand, der seinen Weg geht
und dabei gelernt hat, dass Freiheit innen beginnt.
Meine Texte entstehen nicht aus Theorie,
sondern aus Erfahrung, aus Stille, aus Klarheit.
Wenn etwas in dir schwingt, ist es vielleicht kein Zufall.

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