Ich habe mich nie geschämt für das, was mich erregt. Nie. Aber ich habe tief gespürt, dass ich oft zu viel bin. Zu intensiv. Zu klar. Zu tief. Und dass andere sich abwenden, wenn ich mich öffne. Nicht laut. Nicht mit Worten. Sondern mit diesem stillen Übergehen. Dem höflichen Schweigen. Dem unbewussten Abwenden, wenn ich meine Welt offengelegt habe.

Das hat mehr geschmerzt als jedes direkte Nein. Es war das stille „Du bist zu viel“, das mir jedes Mal wieder das Gefühl gegeben hat, dass ich meine Lust, meine Wünsche, meine Wahrheit verstecken muss, damit Beziehung funktionieren kann.

Und genau das habe ich getan. Ich habe meine Tiefe portioniert. Angepasst. Nicht aus Angst – sondern weil ich geliebt werden wollte. Ich habe meine Sehnsucht nach tiefer sexueller Wahrheit hinter dem Bedürfnis nach Liebe versteckt. Und mich dabei selbst vergessen.

Ich habe mich nie geschämt für das, was mich erregt. Aber ich habe tief gespürt, dass ich oft zu viel war. Und habe mich dafür kleiner gemacht.

Jede meiner Partnerinnen hätte geschworen: Come as you are. Doch diese Worte blieben ein Versprechen ohne Fundament. In Momenten, in denen ich mich zeigte – verletzlich, wild, sanft, fordernd – spürte ich, wie ihre Präsenz bröckelte. Nicht Ablehnung. Etwas Leiseres. Ein irritiertes Zögern. Ein verschlossener Körper. Und ich wusste: Hier endet ihre Offenheit.

Ich glaube nicht, dass es böse Absicht war. Ich glaube, sie glaubten wirklich, sie würden mich annehmen. Doch was viele Menschen als Offenheit bezeichnen, endet genau dort, wo es unbequem wird. Und meine Wahrhaftigkeit war unbequem. Nicht weil sie falsch war. Sondern weil sie alles ins Wanken bringt, was sich vorher sicher anfühlte.

Es gab nur eine einzige Begegnung in meinem Leben, in der meine Tiefe gehalten wurde. Alles andere war ein innerer Kompromiss. Und früher begann an genau diesem Punkt mein Selbstbetrug. Ich habe gewartet, gehofft, mich angepasst. Heute trage ich mich selbst. In allem. Und ohne diese Offenbarung kann es für mich keine echte Beziehung mehr geben. Nicht weil ich alles ausleben muss. Sondern weil ich alles zeigen will.

Was viele Menschen als Offenheit bezeichnen, endet genau dort, wo es unbequem wird. Und meine Wahrhaftigkeit war unbequem.

Ich habe sehr viele meiner Fantasien nicht ausgelebt. Nicht aus Angst, sondern aus Tiefe. Ich möchte diese Erfahrungen nicht in einem losgelösten Akt machen, nicht aus Neugier oder Reiz, sondern in tiefer Resonanz. Ich will sie mit der einen Frau teilen, die mein Innerstes erkennt. Nicht als Beobachterin – als Verbündete. Eine Frau, die sich nicht erschrickt, wenn ich mich zeige. Die nicht nur hält, sondern antwortet. Und mit mir fühlt. Und mit mir wächst.

Meine Lust ist kein Spiel. Sie ist heilig. Selbst in ihrer Dunkelheit. Gerade in ihrer Dunkelheit.

Nie bin ich tiefer mit mir und mit allem verbunden als im Zustand sexueller Erregung. Es ist kein oberflächliches Feuer. Es ist ein Eintauchen. In mich. In das Leben. In etwas, das so still und so unendlich tief ist, dass alles andere verblasst. In der Lust bin ich frei. Nicht weil ich etwas auslebe, sondern weil ich mich nicht mehr verstecke. Weil ich mich ganz spüre. Und weil ich spüre, dass es nichts mehr zu beweisen gibt.

Meine Lust ist kein Spiel. Sie ist heilig. Selbst in ihrer Dunkelheit. Gerade in ihrer Dunkelheit.

Unter deiner Erregung liegt nicht Scham. Nicht Schuld. Sondern Sehnsucht. Nach dir. Nach Berührung. Nach einem Zustand, der dich nach Hause bringt. Und wenn du den Mut hast, diesem Ruf zu folgen, wartet dort nicht nur Lust. Sondern Wahrheit. Und vielleicht jemand, der genau dafür bereit ist – weil er es selbst lebt.

Ich bin Maik Thomas.
Ich schreibe, um ehrlich zu sein – mit mir und mit dir.
Nicht als Coach, nicht als Experte. Sondern als jemand, der seinen Weg geht
und dabei gelernt hat, dass Freiheit innen beginnt.
Meine Texte entstehen nicht aus Theorie,
sondern aus Erfahrung, aus Stille, aus Klarheit.
Wenn etwas in dir schwingt, ist es vielleicht kein Zufall.

Über mich

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Dann lies. Spür nach. Nimm dir Zeit.

Ich schreibe dir. Nicht oft. Nur wenn es etwas zu sagen gibt.

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