Hör auf, dich zu schämen. Es gibt keinen Grund dafür. Wirklich nicht. Nicht einen einzigen.
Indem du aufhörst, auf einen Fürsprecher zu warten. Der einzige, den du brauchst, bist du selbst. Deine Wahrheit ist nicht falsch, sie ist nur deine. Du musst sie auch nicht mit der ganzen Welt teilen. Teile sie erst mit dir, dann mit den wenigen, die sie tragen können. Scham endet dort, wo du aufhörst, dich kleiner zu machen.Wie höre ich auf, mich für meine Bedürfnisse zu schämen?
Egal, was es ist, wofür du dich schämst. Ob es schräg ist oder verrückt oder besonders oder total langweilig. Ob du es selbst als abartig bewertest oder als pervers oder einfach als zu viel. Wer will das beurteilen? Wer hat das Recht, darüber zu urteilen, was in dir lebt, was dich nachts wach hält, was du dir wünschst, wenn niemand zuschaut?
Niemand. Nur du selbst. Und selbst wenn du es so bewertest, wenn du in den Spiegel schaust und denkst: das kann ich doch niemandem zeigen, dann ist es immer noch nicht falsch. Es ist deine Wahrheit. Deine Sehnsucht. Dein Bedürfnis. Und dafür musst du dich nicht schämen.

Aber du musst es auch nicht mit der ganzen Welt teilen. Du musst es nicht auf Instagram stellen und darauf hoffen, dass alle das toll finden. Weil sie es nicht werden. Die meisten werden es nicht verstehen, nicht mittragen, nicht feiern. Aber das müssen sie auch nicht. Es muss nur einer es toll finden: du. Du musst dich annehmen. Du musst dich schön finden. Du musst dich wollen. Du darfst dich kennen, mit allem, was dazugehört, mit den Stellen, die du vor der Welt versteckst, und mit den Stellen, die du vor dir selbst versteckst.
Ich habe Jahrzehnte gebraucht, um das zu begreifen. Ich habe mich in jeder Beziehung kleiner gemacht, meine Intensität runtergefahren, meine Wahrheit verpackt in eine Version, die verdaulich genug war, um niemanden zu verschrecken. Und jedes Mal, wenn ich das getan habe, ist etwas in mir gestorben. Nicht laut, nicht dramatisch. Leise. Wie ein Feuer, dem man langsam die Luft nimmt.

Wenn du das hast, wenn du dich wirklich annimmst, ohne Bedingungen, ohne Vorbehalte, ohne die leise Stimme, die sagt „aber das ist doch nicht normal“, dann hast du den größten Weg bereits gegangen. Und dann passiert etwas, das du nicht erzwingen kannst: Menschen tauchen auf, die in Resonanz sind. Die dich verstehen. Die dich genau deshalb wollen. Die ähnlich denken, ähnlich fühlen, ähnlich leben. Nicht weil du sie gesucht hast. Sondern weil du aufgehört hast, dich zu verstecken.
Alles beginnt damit, dass du aufhörst, dich zu schämen. Dass du aufhörst, dich zu verurteilen. Dass du anfängst, einfach zu sein.
Du bist nicht zu viel. Du bist nicht komisch. Du bist nicht falsch. Du bist du. Und das ist okay. Das ist immer okay.
Und wenn Menschen dich verbiegen wollen, wenn sie dir sagen, du sollst leiser sein, weniger, normaler, dann lass dich nicht verbiegen. Lass diese Menschen hinter dir oder teile diese Seite von dir nicht mehr mit ihnen. Teile sie erst mal nur mit dir. Und dann, wenn es sich ergibt, mit den wenigen, die sie tragen können.

Du musst niemanden überzeugen. Du musst keine Fürsprecher gewinnen. Der einzige Fürsprecher, den du brauchst, bist du selbst.
So fühle ich. So sehe ich. So stehe ich.
