Einfach nur zu sein klingt zu einfach. Es klingt danach, als müsste man sich nicht anstrengen, als wäre man frei, als gäbe es keine Zwänge, keine Erwartungen und vielleicht auch keine Verpflichtungen. Dabei gehören Verpflichtungen zwangsläufig zu unserem Leben. Wir brauchen sie schon, um zu überleben, um ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen zu haben. Dazu kommen die Verpflichtungen aus unserer sozialen Verantwortung und aus unseren Kontakten. Sie werden immer da sein, ganz egal, wie frei jemand lebt. Für mich bedeutet einfach nur zu sein die Freiheit, über mich nachzudenken, mich zu verstehen und das zu leben, was meine Seele mir über meine Gefühle und meine körperlichen Reaktionen als richtig signalisiert. Alles, was ich wirklich bin, versuche ich in meiner physischen Welt zu leben und zum Ausdruck zu bringen.

Es ist immer in mir, ich nehme es jeden Tag wahr, und in den letzten Jahren hat sich mein Leben genau darum gedreht. Nämlich mir klarzumachen, wer ich bin, was ich brauche, wo ich mich früher verraten habe, wo ich gegen meine innerste Überzeugung und gegen meine seelische Wahrheit gehandelt habe, wo ich mich gedimmt habe. Wo ich auf andere Menschen gewartet habe, eine Erwartung an sie hatte und auf ihr Potenzial gehofft habe, aber nicht bereit war, die Realität in ihrem Tun anzuerkennen. Genau das mache ich nicht mehr. Ich hoffe nicht mehr auf das, was ich als Wahrheit in einem Menschen wahrnehme, sondern ich schaue auf das, was ist. Wenn ich eine Differenz spüre, schaue ich, wo sie liegt. Jeder Mensch trifft seine eigenen Entscheidungen, und das darf er auch. Genauso darf ich für mich entscheiden, welche Menschen ich täglich oder regelmäßig in meinem näheren Umfeld habe. Das anzuerkennen war schwierig für mich, denn es bedeutet, dass ich selektiver sein und mich schützen muss. Eine Erwartung habe ich heute nur noch dort, wo das, was ich als seelische Wahrheit eines Menschen empfinde, und das, was er tatsächlich lebt, zusammenpassen. Dann ist sie auch realistisch, weil ich sie in seinem Handeln erlebt habe.

Ich hoffe nicht mehr auf das, was ich als Wahrheit in einem Menschen wahrnehme, sondern ich schaue auf das, was ist.

Das ist es, was mich tief erfüllt: wenn Wort und Tat im Einklang stehen, wenn Menschen wahr sind. Wahr sein bedeutet für mich, einfach nur zu sein, mit einer maximalen Kongruenz zwischen Wort und Tat und zwischen seelischer Wahrheit und dem, was im Außen gelebt wird. Kongruentes Handeln zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht, es berührt mich wirklich, das zu erleben und wahrzunehmen. Das gilt auch dann, wenn es um Dinge geht, die ich selbst nicht mag oder für mich nicht sehe. Was für einen Menschen wahr ist, ist in meiner Welt nicht allgemeingültig, sondern immer individuell.

Genau darum geht es auch in meiner 1:1 Begegnung: den innersten seelischen Auftrag, die Frage „Wer bin ich?“, zuzulassen und ins Bewusstsein zu holen. Deshalb verbringen wir Tage, Wochenenden oder ganze Wochen miteinander, um gemeinsam ins Sein und in die Leichtigkeit zu kommen und Raum zu schaffen, damit sich das, was ist, in Worten und im eigenen Bewusstsein zeigen kann: wer du bist und was du wirklich leben möchtest. Meine Rolle besteht darin, diesen Raum zu öffnen und zu halten.

Warum leben viele Menschen nicht das Leben, nach dem sie sich sehnen?

Oft halten Erfahrungen, Angst oder der Wunsch nach Kontrolle sie zurück. Der Verstand findet dann gute Gründe, die eigene Sehnsucht nicht zu leben, obwohl Gefühl und Körper immer wieder in diese Richtung ziehen. Der erste Schritt ist, diese Sehnsucht überhaupt auszusprechen.

Ich habe oft erlebt, dass Menschen sich nach einer Wahrheit, nach einem Leben und nach einer Tiefe sehnen, die sie aufgrund von Erfahrung, Kontrolle oder aus anderen Gründen im echten Leben nicht leben können. Diese Inkongruenz nehme ich oft sehr schnell wahr. Ich verurteile und bewerte das aber überhaupt nicht, weil es Gründe hat, warum jemand es nicht lebt. Und es sind die wenigsten Menschen, die sich an dieser Stelle ihrer selbst bewusst sind und es dann auch tatsächlich leben. Ich glaube, je besser Menschen darin sind, zu analysieren und Gründe zu finden, desto leichter können sie ihre innerste Wahrheit zurückhalten und sich erklären, warum sie sie nicht leben können oder vielleicht auch nicht leben möchten, obwohl Körper und Seele immer wieder genau in diese Richtung ziehen. Ich habe die tiefe Überzeugung, dass Unglück, Unzufriedenheit, innerster Schmerz und Trauer sehr häufig hier ihren Ursprung haben, weil die Seele sich vielleicht hilflos fühlt und durch die Kontrolle und das Ego nie die Chance bekommt, sich im Außen zu zeigen.

Und dann gibt es diese Momente, in einer Begegnung oder in meinem ganz normalen Leben, in denen jemand bereit ist auszusprechen, wer er eigentlich ist, wovon er träumt und was sein Körper als richtig und wahr meldet. Es ist unglaublich, was dann passiert. Menschen werden auf einmal ruhig, gelassen, wahr und frei, die Träume kommen durch, und es öffnet sich etwas, das so tief ersehnt wurde. Oft fließen dabei ganz viele Tränen, aber es sind nicht nur Tränen, auch Freude und Euphorie zeigen sich. Eine Tür geht auf, man geht hindurch, und es zeigt sich etwas, das immer da war und das man sich nie erlaubt hat zu sein, zu denken, zu fühlen und zu werden.

Die Erlaubnis zu leben, was du bist, kannst nur du dir selbst geben.

Tief in mir wusste ich schon fast mein ganzes Leben lang, was ich will. Und ich habe mich genauso zurückgehalten und genauso gelitten. Nur du selbst kannst dir die Antwort geben, und auch ich habe sie mir selbst gegeben: einfach nur zu sein, mich zu sehen, das zu sehen, was ich bin, und anzufangen, das zu leben. Das geht nicht mit dem Umlegen eines Schalters. Es ist ein Weg, eine endlose Treppe mit unendlich vielen kleinen Stufen. Jeden Tag gehe ich eine kleine Stufe nach oben, und natürlich geht man auch mal drei Stufen zurück, und das ist überhaupt kein Problem. Das ist der Weg, und das ist das Leben. Aber die Erlaubnis zu leben, was du bist, kannst nur du dir selbst geben, und auch ich konnte sie nur mir selbst geben.

Wenn ich an mein Leben denke, gibt es viele Bereiche, die mich erfüllen, die ich verändert habe, in denen ich wahrer bin denn je und stetig meiner seelischen Wahrheit entgegenlaufe und das alte Leben immer weiter hinter mir lasse. Das hat ausschließlich mit mir zu tun. Gleichzeitig trage ich eine Sehnsucht in mir, die ich in meinem Leben tatsächlich noch nie erfüllt hatte: eine Beziehung, in der beide einfach nur wahr sind. Egal, wie diese Wahrheit aussieht, sie ist willkommen, weil nur die Wahrheit hilft, weil nur die Wahrheit wirklich lebenswert ist und weil nur die Wahrheit ein Wir erschafft, das größer ist als das einzelne Ich. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als gemeinsam Hand in Hand diesen Weg zu gehen, sich weiterzuentwickeln, die Welt zu erobern, der Sonne entgegenzureiten und der Glückseligkeit alles abzuverlangen. Und ich wüsste nicht, was passieren sollte, das ich nicht halten kann, wenn es der Wahrheit entspricht. Und genau diese seelische Wahrheit von Menschen habe ich bislang ausschließlich als schön empfunden. Ich habe noch nie in einer Seele Gewalt gesehen, und ich habe noch nie die Abwesenheit von Liebe gespürt. Ich habe immer nur Sehnsucht gespürt, nach Verbindung, nach Einheit, und die Superlative können gar nicht groß genug sein für das, was ich dabei empfinde.

Nur die Wahrheit erschafft ein Wir, das größer ist als das einzelne Ich.

Ein Wir, in dem beide maximal wahr sind und das für beide alles ist, bedeutet für mich nicht, altruistisch zu handeln, sondern wahr zu sein. Es bedeutet nicht, sich aufzugeben, sondern wahr zu sein. Und es bedeutet nicht, hörig zu sein, weil man nicht anders kann, sondern hörig zu sein, weil man nichts anderes möchte, weil man sich dafür entscheidet und so frei ist, dass man den Partner jeden Tag neu wählt. Das Wir und die Wahrheit gehören dann so sehr zusammen, dass es alles überstrahlt, was ich mir an Schönheit überhaupt ausmalen kann. Daran glaube ich, und ich glaube, dass es der Auftrag meiner Seele und ein Teil meines Weges ist, dieses Glück, diese Verbindung und dieses Wir zu finden und gemeinsam zu leben.

Und sollte ich diesen Menschen nicht finden, bin ich trotzdem glücklich, weil ich frei bin. Ich kann allein stehen, ich kann allein auf Konzerte gehen, ich fliege allein in den Urlaub, ich gehe allein ins Kino und mach fast immer allein Sport, ich habe ganz wenige tiefe Kontakte, und ich bin einfach glücklich und so frei, dass ich mir das wünschen kann, ohne dass mein Leben weniger schön ist, wenn es nicht eintritt. Ich glaube, genau diese Freiheit und diese Zufriedenheit aus sich selbst heraus sind bei allen Beteiligten notwendig, damit ein solches Wir überhaupt entstehen kann. In meiner Vorstellung sind es zwei Menschen, meine zukünftige Frau und ich. Und es gibt in mir keine schönere Vorstellung und keinen schöneren Lebenssinn, als dieser Wahrheit und dieser Schönheit entgegenzustreben. Für mich bedeutet das alles.

So fühle ich. So sehe ich. So stehe ich.

Exklusive 1:1 Begegnung →

Ich bin Maik Thomas.
Ich schreibe, um ehrlich zu sein – mit mir und mit dir.
Nicht als Coach, nicht als Experte. Sondern als jemand, der seinen Weg geht
und dabei gelernt hat, dass Freiheit innen beginnt.
Meine Texte entstehen nicht aus Theorie,
sondern aus Erfahrung, aus Stille, aus Klarheit.
Wenn etwas in dir schwingt, ist es vielleicht kein Zufall.

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